Und zwar nach alter sorbischer Tradition regelmässig am 25sten Januar. Das heißt für die Kinder in der Oberlausitz: lecker Vogelhochzeit! Man stellt ein Tellerchen aufs Fenster, und wenn man brav trotz aller rational-evolutionstheoretischer Bedenken die faulsten unter den Piepmätzen am heimischen Vogelhäuschen mit pestizidverseuchtem Vogelfutter aus dem Aldi zu noch mehr Faulheit erzogen hat, dann… geben die lieben zwitschernden Ruhestörer etwas vom Hochzeitsmahle ab.
Das sind dann meist wohlschmeckende Pestizidvergiftungsrachekalorienbomben wie Butterkremnester und Kremvögel (zwecks ihres Schokoladenkostümes auch “katholische Schwestern” oder aber Pinguine genannt) sowie “Schaumvögel” aus Baiser und “Teigvögel” aus… na, genau: Hefeteig. Tja: Teig, Butterkrem – ihr ahnt es schon: die machen das nicht selber, die Vögelchens. Da das nämlich mit zwei linken Händen besser funktioniert als mit zwei linken Flügeln, hat der liebe Stefan in den zwei Wochen vor dem Hochzeitsfest richtig gut zu tun.
Die Ergebnisse gibt es hier zu besichtigen… zusammen mit den Versandpreisen für die lieben Freunde, die mich gerade um Care-Pakete gebeten haben. Denn die kulinarische Bindung der Oberlausitz-Expats scheint sich an Vogelhochzeit besonders deutlich zu äußern – logisch: Pseudo-Stollen gibt’s mittlerweile überall, Pseudo-Vogelhochzeit noch längst nicht…
